Halsschmerzen: Wann zum Arzt?

In der Regel handelt es sich bei Halsschmerzen um ein vorübergehendes Phänomen, das typischerweise im Rahmen einer Erkältung auftritt. Schluckbeschwerden, Brennen im Rachen und Heiserkeit klingen meistens schon nach wenigen Tagen von selbst wieder ab, sodass ein Arztbesuch nicht wirklich notwendig ist. In einigen Fällen empfiehlt es sich allerdings doch, medizinischen Rat einzuholen.

  • Die Halsschmerzen dauern länger als drei Tage an: Halten die Halsschmerzen mehr als 72 Stunden an, ohne sich zu bessern, kann es sich um eine bakterielle Infektion handeln, die mit einem Antibiotikum behandelt werden sollte. Weiterhin muss ausgeschlossen werden, dass sich hinter den Halsschmerzen eine ernsthaftere Erkrankung wie Pfeiffersches Drüsenfieber, Scharlach oder Diphterie verbirgt.
  • Die Halsschmerzen bereiten starke Schluckbeschwerden und Atemprobleme: Starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Atemnot sowie hohes Fieber über 39 Grad können auf eine schwere Kehlkopfentzündung hindeuten. Hier ist rasches Handeln gefragt. Im Zuge der schweren Halsentzündung schwillt insbesondere der Kehlkopfdeckel stark an, was zu lebensgefährlichen Atembeschwerden bis hin zum Erstickungstod führen kann. Die Betroffenen sollten sofort ins Krankenhaus.
  • Die Zunge ist himbeerrot und belegt: Achtung, Scharlach-Verdacht! Insbesondere mit Kindern sofort den Arzt aufsuchen!
  • Die Halsschmerzen sind von anhaltend hohem Fieber begleitet: Ein Arztbesuch ist ebenfalls notwendig, wenn die Körpertemperatur anhaltend erhöht ist, das heißt: 38 Grad über mehr als drei Tage hinweg oder akutes Fieber über 39 Grad bei Erwachsenen sowie über 40 Grad bei Kindern. Treten zudem Schüttelfrost, ein starkes Krankheitsgefühl sowie heftige Kopf- und Gliederschmerzen auf, muss mit einer echten Grippe (Influenza) gerechnet werden.
  • Die Halsschmerzen treten sehr häufig auf: Leiden Erwachsene mehr als viermal pro Jahr unter Halsschmerzen, die sich durch den Einsatz von Hausmitteln nicht ausreichend bessern, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, um Ursachen abzuklären.